Nikola's Walkabout

Ob am Strand oder im Outback.... langweilig wird's eigentlich nie.
Und Heimweh hin oder her, solange ich hier bin kann ich mich genauso gut amüsieren, oder?

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Jan 14

Nikola-in-the-bush part 8

Meine letzte Nacht in Quairading verläuft ruhig.

Gegen 23.00 Uhr klopft es an der Tür, ein junges Aboriginal Pärchen will versorgt werden.  

Sie hat Bindehautentzündung, ich verabschiede mich von meinem letzten Augentropfenfläschchen, und geb ihr die gleichen Tips wie dem anderen Mädchen tags zuvor.  

Er hat Zahnschmerzen.  ”Schlimm?” frag’ ich, er nickt schüchtern.  Ich frag’ ihn wann er zum letzten Mal beim Zahnarzt war und erfahre, daß es noch gar nicht solange her ist.  Auf die Frage wie lange er schon Zahnschmerzen hat antwortet er “Vier Monate…” ich muß lachen, aber er tut mir leid.  Paracetamol hat er natürlich auch keines, der arme Kerl, und so hat er das die ganze Zeit ausgehalten, bis jetzt.  Ich inspiziere den Zahn und muß feststellen, daß nicht mehr viel davon übrig ist.  ”Paß mal auf” sag’ ich, “ich bin kein Zahnarzt und kann dir tatsächlich nur Paracetamol geben für deine Schmerzen, aber das muß unbedingt jemand in Ordnung bringen, das sieht wirklich nicht gut aus!  wann ist denn dein nächster Zahnarzttermin?”  ”In zwei Wochen” sagt er.  ”Du mußt einen neuen Termin ausmachen, so bald wie möglich!  So entzündet wie das ist, könntest du eine Superinfektion bekommen und vielleicht sogar dran sterben!” Mir fällt ein, daß ich in der kleinen Apotheke eine kleine Tube Mundgel für zahnende Säuglinge gesehen hatte… das kann eigentlich auch nix schaden, und warum sollte es ungenutzt hier herumliegen, wenn es ihm ihm etwas Erleichterung auf dem geschwollenen Zahnfleisch bringen könnte…?  Ich schildere ihm nochmal bewußt drastisch was auf ihn zukommen könnte, weil ich befürchte, daß er sich mit den Schmerzmittel, die ich mitgebe, zufrieden gibt und weiterhin leidet, bis es nicht mehr anders geht.  Zugegebenermaßen ist es recht unwahrscheinlich an einer Zahnentzündung zu sterben, aber es ist auch schon vorgekommen… Er verspricht mir sich darum zu kümmern, und ich schicke die beiden nach Hause.

Den Rest der Nacht sitze ich vorm Stationscomputer und spiele Solitaire bis mir die Augen zufallen. 


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